Der MAR-Test weist Antikörper nach, die gegen die eigenen Spermien gerichtet sind. Diese Antikörper können sich an die Oberfläche der Spermien binden und deren Beweglichkeit sowie die Fähigkeit zur Befruchtung der Eizelle beeinträchtigen. Die Untersuchung kann helfen, eine immunologische Ursache männlicher Unfruchtbarkeit aufzudecken, die in einem üblichen Spermiogramm möglicherweise nicht erkennbar ist.
Der MAR-Test (Mixed Antiglobulin Reaction Test) ist eine Laboruntersuchung zum Nachweis von Antikörpern, die an der Oberfläche von Spermien gebunden sind. Es handelt sich um sogenannte Antispermien-Antikörper (IgA, IgG), die das Immunsystem gegen die eigenen Spermien bildet.
Unter normalen Umständen sind Spermien vor dem Immunsystem geschützt. Wird diese Schutzbarriere gestört, beispielsweise durch eine Entzündung, Infektion, Verletzung oder Operation im Bereich der Geschlechtsorgane, kann das Immunsystem beginnen, die Spermien als fremd zu erkennen und Antikörper gegen sie zu bilden.
Die Antikörper können sich an unterschiedliche Teile des Spermiums binden und dessen Bewegung sowie weitere für die Befruchtung wichtige Funktionen beeinflussen. Der MAR-Test hilft somit, einen immunologischen Faktor aufzudecken, der die männliche Fruchtbarkeit vermindern kann.
Beim MAR-Test wird untersucht, ob Autoantikörper an der Oberfläche beweglicher Spermien gebunden sind. Der Ejakulatprobe werden spezielle Partikel und Reagenzien zugesetzt, mit denen sich Spermien mit gebundenen Antikörpern identifizieren lassen.
Bei der anschließenden mikroskopischen Untersuchung wird der Anteil beweglicher Spermien bewertet, auf deren Oberfläche Antikörper vorhanden sind. Das Ergebnis wird in Prozent angegeben und hilft einzuschätzen, in welchem Ausmaß diese Antikörper die Fruchtbarkeit des Mannes beeinflussen können.
Der MAR-Test wird aus einer frischen Ejakulatprobe durchgeführt und kann zusammen mit einem Basis-Spermiogramm erfolgen. Vor der Probenabgabe wird eine sexuelle Abstinenz von etwa zwei Tagen empfohlen.
Für eine zuverlässige Durchführung muss die Probe eine ausreichende Zahl beweglicher Spermien enthalten. Wenn deren Anzahl oder Beweglichkeit deutlich vermindert ist, lässt sich der MAR-Test möglicherweise nicht zuverlässig auswerten.
Die Untersuchung eignet sich insbesondere für Paare, bei denen seit längerer Zeit keine Schwangerschaft eintritt und bei denen übliche Untersuchungen einschließlich des Basis-Spermiogramms keine eindeutige Ursache ergeben haben.
Der MAR-Test kann auch empfohlen werden, wenn im Spermiogramm eine Verklumpung der Spermien (Agglutination) festgestellt wird oder der Verdacht auf Antikörper gegen Spermien besteht.
Wenn der MAR-Test eine bedeutende Menge an Spermien gebundener Antikörper nachweist, wird eine künstliche Befruchtung mittels ICSI empfohlen. Dabei bringt der Embryologe ein ausgewähltes Spermium direkt in die Eizelle ein. Auf diese Weise wird die immunologische Barriere überwunden, die eine natürliche Befruchtung der Eizelle verhindert.
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