1. Vorbereitung der DNA aus den entnommenen Zellen
Aus einer kleinen Zellmenge, etwa 5–10 Zellen, wird im Labor ausreichend DNA für die Analyse des gesamten Genoms des Embryos vorbereitet, also seiner gesamten genetischen Information. Dieser Schritt wird als Gesamtgenom-Amplifikation bezeichnet und ermöglicht eine detaillierte Untersuchung auch aus einer sehr kleinen Embryonenprobe.
2. Umfassende und gezielte genetische Analyse der Embryonen
Für die genetische Untersuchung von Embryonen werden je nach Art und Ziel der Untersuchung verschiedene molekulargenetische Methoden eingesetzt. Für deren korrekte Einstellung müssen die Karyotypen der Eltern vorliegen, also die Untersuchung der Anzahl und Struktur der Chromosomen, gegebenenfalls auch ein genetischer Bericht, der die untersuchte monogene Mutation beschreibt, also eine genetische Abweichung in einem bestimmten Gen.
Molekulargenetische Methoden, die zur Untersuchung von Embryonen verwendet werden:
NGS (Next-Generation Sequencing)
NGS (Next-Generation Sequencing) dient der Gesamtbewertung des genetischen Zustands des Embryos. Die Methode ermöglicht die Untersuchung der Chromosomenanzahl und kann auch strukturelle Chromosomenabnormalitäten erkennen, die die weitere Entwicklung des Embryos beeinflussen können.
Karyomapping
Karyomapping ist eine indirekte Methode, die vor allem bei monogenen Erkrankungen im Rahmen von PGT-M eingesetzt wird. Durch den Vergleich mit Referenz-DNA-Proben der Eltern und weiterer Familienangehöriger lässt sich feststellen, ob der Embryo die untersuchte genetische Erkrankung geerbt hat. Gleichzeitig umfasst die Methode auch die Kontrolle der Chromosomenanzahl, wie bei PGT-A.
Direkter Mutationsnachweis
Direkter Mutationsnachweis ist eine gezielte Untersuchung, bei der eine konkrete Mutationsvariante im untersuchten Gen analysiert wird. Am häufigsten werden PCR-Methoden und Sequenzierung eingesetzt, zum Beispiel die Sanger-Sequenzierung, die das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein der jeweiligen Mutation im Embryo genau bestimmt. Der direkte Mutationsnachweis wird vor allem dann genutzt, wenn keine Referenz-DNA-Proben von Verwandten gewonnen werden können, die für indirekte Methoden erforderlich sind, welche aus diagnostischer Sicht zuverlässiger sind.
3. Auswahl eines genetisch gesunden Embryos
Auf Grundlage der Ergebnisse empfiehlt das Labor, welcher Embryo die höchste Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft und eine gesunde Entwicklung hat. Die Embryonen sind in der Zwischenzeit sicher eingefroren, und ihr Transfer erfolgt erst nach Auswertung der Ergebnisse.