Die Untersuchung der männlichen Fruchtbarkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Paardiagnostik.
Die Qualität der Spermien wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören der Lebensstil, das hormonelle Gleichgewicht sowie genetische oder immunologische Einflüsse. In vielen Fällen bleibt die Ursache einer verminderten Fruchtbarkeit jedoch unklar. Einen negativen Einfluss kann insbesondere ein ungesunder Lebensstil haben, zum Beispiel Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, langfristiger Stress, Übergewicht oder Bewegungsmangel.
Auch die Exposition gegenüber erhöhter elektromagnetischer Strahlung, etwa durch das Tragen eines Mobiltelefons in der Hosentasche oder die Nutzung eines Laptops auf dem Schoß, kann zu einer Verschlechterung der Spermienqualität beitragen. Die Spermien können dann eine verminderte Fähigkeit haben, zur Eizelle zu gelangen und sie zu befruchten.
Die männliche Fruchtbarkeit hängt vor allem von der Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien ab, kann aber auch durch weitere Faktoren beeinflusst werden – genetische Veranlagungen, hormonelle Störungen, Entzündungen, eine Undurchgängigkeit der ableitenden Samenwege, Ejakulationsstörungen oder Immunreaktionen, bei denen der Körper Antikörper gegen die eigenen Spermien bildet. In manchen Fällen bleibt die Ursache der Unfruchtbarkeit ungeklärt.
Grundlegende Informationen über den Zustand der männlichen Fruchtbarkeit liefert das Spermiogramm.
Die Untersuchung erfolgt anhand einer Ejakulatprobe, die durch Masturbation nach 2–3 Tagen sexueller Abstinenz gewonnen wird. Das Ergebnis zeigt, ob Anzahl und Qualität der Spermien für eine natürliche Empfängnis ausreichend sind oder ob eine Behandlung beziehungsweise Methoden der assistierten Reproduktion in Betracht gezogen werden sollten.
Auf Grundlage des Spermiogramms empfiehlt der Arzt weitere Untersuchungen oder eine geeignete Behandlungsmethode – von Änderungen des Lebensstils über medikamentöse Unterstützung bis hin zur assistierten Reproduktion.
Diese Untersuchung bewertet den Zustand des genetischen Materials (DNA) im Inneren der Spermien. Auch Spermien mit normalem Aussehen und normaler Beweglichkeit können eine geschädigte DNA aufweisen, was die Chance auf eine Befruchtung verringert und das Risiko eines Implantationsversagens des Embryos oder einer frühen Fehlgeburt erhöht. Eine Schädigung der Spermien-DNA kann durch oxidativen Stress, Rauchen, Entzündungen, fieberhafte Erkrankungen, höheres Alter oder die Einwirkung von Toxinen verursacht werden. Die Untersuchung der DNA-Fragmentation empfehlen wir daher Paaren mit wiederholt erfolglosen IVF-Zyklen, spontanen Fehlgeburten oder bei unklarer Ursache der Unfruchtbarkeit. Das Ergebnis hilft dem Arzt zu beurteilen, ob spezielle Methoden zur Auswahl von Spermien sinnvoll sind, wie zum Beispiel MACS oder MSS-Chips.
Diese Untersuchung weist das Vorhandensein von Bakterien oder Entzündungen im Ejakulat nach, die die Qualität der Spermien verringern und ihre Befruchtungsfähigkeit beeinflussen können.
Eine umfassende Untersuchung des männlichen Fortpflanzungssystems, die von einem Spezialisten – einem Andrologen – durchgeführt wird. Beurteilt werden der allgemeine Gesundheitszustand, die Funktion der Hoden, das Vorliegen einer Varikozele (erweiterte Venen im Hodensack) sowie weitere Faktoren, die die Spermienbildung beeinflussen.
Ziel ist es, das Vorhandensein von Antispermien-Antikörpern festzustellen, die die Beweglichkeit der Spermien einschränken oder ihr Eindringen in die Eizelle verhindern können.
Die Karyotypuntersuchung hilft, angeborene genetische Abweichungen zu erkennen, die Ursache von Unfruchtbarkeit, verminderter Spermienqualität oder wiederholten Fehlgeburten der Partnerin sein können. Sie wird bei Männern mit fehlenden Spermien im Ejakulat (Azoospermie) oder bei Risiko einer erblichen Erkrankung empfohlen.
In indizierten Fällen wird ein Bluttest zur Bestimmung der Hormonspiegel von FSH, LH und Testosteron durchgeführt, die die Spermienbildung und die Hodenfunktion steuern. Abweichungen der Hormonwerte können auf eine Störung der Spermienbildung oder ein hormonelles Ungleichgewicht hinweisen, das die Fruchtbarkeit beeinflusst.
Die Spermaprobe wird durch Masturbation in einen sterilen Behälter in einem privaten Entnahmeraum gewonnen. Nach vorheriger Absprache ist es jedoch auch möglich, die Probe von zu Hause mitzubringen, sofern die festgelegten Bedingungen für Entnahme und Transport erfüllt sind.
Vor der Entnahme wird eine sexuelle Abstinenz von 2–3 Tagen empfohlen. Anschließend wird die Probe im Labor untersucht – beurteilt werden Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien.
Wenn es Ihnen und Ihrer Partnerin nach 12 Monaten regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht gelingt, schwanger zu werden, oder nach 6 Monaten, wenn Ihre Partnerin älter als 35 Jahre ist. Die Untersuchung kann jedoch auch präventiv sinnvoll sein – zum Beispiel vor der Familienplanung oder nach einer Entzündung, Operation oder Erkrankung der Hoden.
Die Qualität der Spermien kann sich bei fieberhaften Erkrankungen, Stress, Müdigkeit oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente vorübergehend verschlechtern. Daher ist es sinnvoll, die Untersuchung nach einigen Wochen zu wiederholen, um das Ergebnis zu überprüfen.
Zur Verbesserung der Spermienqualität kann ein gesunder Lebensstil beitragen. Wichtig sind ausreichend Schlaf, Stressreduktion, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und das Halten eines optimalen Körpergewichts. Wir empfehlen, auf Rauchen zu verzichten, Alkohol einzuschränken und das Tragen eines Mobiltelefons in der Hosentasche oder die Nutzung eines Laptops auf dem Schoß zu vermeiden. In einigen Fällen kann der Arzt auch Nahrungsergänzungsmittel oder eine gezielte Behandlung empfehlen.
Ein grundlegendes Spermiogramm wird bei den meisten Krankenkassen im Rahmen der Abklärung der Unfruchtbarkeit eines Paares übernommen. Erweiterte Untersuchungen, zum Beispiel die DNA-Fragmentation, können Selbstzahlerleistungen sein.
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